Die Nase befindet sich in der Mitte des Gesichtes. Sie beinhaltet zwei große Haupt- Nasenhöhlen und mehrere kleine Nasennebenhöhlen. Nach unten werden diese Höhlen vom Oberkiefer und Gaumen begrenzt, seitlich von den Knochen der Nasenmuschel. Die beiden Höhlen werden von der Nasenscheidewand getrennt. Das Nasenbein hat eine Stützt- und Schutzfunktion. Nach vorn verlängert sich das Nasenbein durch Knorpel bis zur Nasenspitze. Von der Nasespitze verlaufen die Nasenflügel in Richtung Oberlippe. Nasenspitze und Nasenflügel sind bei den einzelnen Menschen sehr unterschiedlich ausgebildet. Nach hinten mündet die Nasenhöhle in die Rachenhöhle. Nasenhöhle, Rachenhöhle und Mundhöhle bilden ein System. Nach oben wird die Nasenhöhle durch das Nasenhöhlendach begrenzt.
Geruchssinn
Hoch oben im Epithel des Nasenhöhlendaches liegen zwei kleine Flecke Riechschleimhaut, beide kaum größer als zwei Quadratzentimeter. Das Riechepithel besteht aus vielen schlanken Stützzellen, dazwischen sind die Riechzellen eingebettet. In einer Verdickung des Zellkörpers liegen die langen schmalen Nervenzellen. Bis zur Epitheloberfläche senden alle Riechzellen nach oben einen dünnen Plasmafortsatz aus. Grundlage für das Riechen sind in der Luft enthaltene wasserlösliche Stoffe (Gase). Gegenstände oder Lebewesen senden diese Gase aus, zum Beispiel beim Erhitzen, beim Blühen, beim Rauchen (Verbrennen) oder beim Verwesen. Diese Gase lösen sich in der Flüssigkeut der wässrigen Nasenschleimhaut. Dadurch können die Sinneszellen des Riechepithels diese chemischen Verbindungen analysieren. Im Nasenhöhlendach befinden sich nach obenhin viele kleine Löcher, durch die die Reize zum sogenannten Riechkolben gelangen. Von dort aus werden sie über die Riechbahnen zum Gehirn weiter geleitet. Das Riechepithel wandelt die Informationen über diese chemischen Verbindungen in elektrische Impulse um. Im Prinzip werden nur organische Verbindungen wahrgenommen. Ausnahmen bilden ätzende Gase, Schwefelverbindungen und die Elemente Fluor, Chlor, Brom, Jod, Phosphor und Arsen. Alle anderen Elemente sind geruchlos. Der Geruchssinn ist beim Menschen wirklich schlecht ausgebildet. Er benötigt ihn nicht zum Finden von Beute wie es zum Beispiel bei einigen Raubtieren der Fall ist. Da der Mensch aus dem Tierreich keine Feinde zu fürchten hat, hat sich der Geruchssinn im Laufe der Menschheitsgeschichte nicht weiter entwickelt. Der Geruchssinn warnt vor einigen Gefahren, wie zum Beispiel Feuer (Rauch) und verdorbene Nahrungsmittel. Er dient hauptsächlich zur Klassifizierung von Nahrung, so kann man durch den Geruch zwischen gut und weniger gut schmeckender Nahrung unterscheiden. Im Zusammenwirken mit dem Geschmackssinn wird der vollständige Genuss von Speisen und Getränken möglich.
Der Geruchssinn ist der Sinn, der am schnellsten ermüdet. Befindet man sich zum Beispiel in einem Raum mit einer sehr gut riechenden Blume, nimmt man diesen Geruch schon nach wenigen Minuten fast nicht mehr wahr. Das liegt nicht daran, dass die Blume nicht mehr riecht, sondern daran, dass das Geruchsepithel gesättig ist. Verlässt man den Raum und betritt ihn in ca. einer halben Stunde wieder, nimmt man den Geruch genauso intensiv wahr wie beim erstenmal. Es ist von der Wissenschaft noch nicht vollständig geklärt, woran das liegt. Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Geruchszellen auf Veränderungen der gelösten Stoffe in der Schleimhaut empfindlicher reagieren, als auf gleichbleibende Reize oder gleichbleibende Reize aus unseren Erfahrungen nicht mehr so interessant und wichtig eingeschätzt werden.
Sonstige Funktionen
Die Nase erfühlt zwei weitere wichtige Funktionen: Atmen und Reinigung der Atemluft. Staub und andere Schwebstoffe werden von der Nasenschleimhaut festgehalten und mit dem abgestoßenen Nasenschleim durch Flimmerhärchen in Richtung Nasenlöcher transportiert.